Praktikantenprogramm
Zum Inhalt:
I. Der Hintergrund beim Ring
II. Praktika im Ausland
III. Ausländische Praktikanten in Westfalen-Lippe
I. Hintergrund beim Ring
Bereits kurz nach der Gründung begann der Ring der Landjugend in Zusammenarbeit mit dem DBV Ende der 50er Jahre mit der Vermittlung von zunächst deutschen Praktikanten ins Ausland. Ziel war und ist nicht nur eine Verbesserung des Völkerverständnisses, sondern auch der land- und hauswirtschaftlichen Fachkenntnisse. Im Laufe der Jahrzehnte machten sich so weit über 1000 junge Leute aus dem ländlichen Raum auf, um fremde Kulturen und Sprachen kennen zu lernen.
Der regelmäßige Besuch von ausländischen Praktikanten in Westfalen-Lippe startete zunächst mit Finnen, die ab Ende der 60er Jahre fast 40 Jahre lang jeden Sommer eine Gruppe junger Leute nach Westfalen schickten. Mitte der 70er Jahre knüpfte der Ring dann Kontakte nach Kalifornien und startete so den USA-Austausch, der bis Ende der 90er Jahre lief. Im Zusammenbruch des Ostblocks 1991 erkannte die Landjugend eine weitere Chance und organisierte ein überaus erfolgreiches Praktikantenprogramm mit der Agraruniversität Jelgava in Lettland.
Den enormen Zulauf unseres Austauschprogramms zeigt folgende Tabelle ab dem Jahr 1975:
Jahr W-L PraktikantInnen Finnen Amerikaner Letten Rumänen TN pro Jahr
im Ausland
1975 14 13 9 0 0 22
1976 14 29 13 0 0 42
1977 18 34 10 0 0 44
1978 11 44 21 0 0 65
1979 20 24 21 0 0 45
1980 14 28 22 0 0 50
1981 31 27 26 0 0 53
1982 37 30 30 0 0 60
1983 47 19 25 0 0 44
1984 41 35 20 0 0 55
1985 31 19 17 0 0 36
1986 34 14 26 0 0 40
1987 36 15 19 0 0 34
1988 46 13 15 0 0 28
1989 39 4 24 0 0 28
1990 31 15 26 0 0 41
1991 44 8 25 0 0 33
1992 32 8 14 25 0 47
1993 21 12 33 20 0 65
1994 10 9 13 20 0 42
1995 14 14 19 20 0 53
1996 10 15 10 20 3 48
1997 9 2 13 19 6 40
1998 keine Angaben 0 6 18 0 24
1999 keine Angaben 0 14 16 0 30
2000 keine Angaben 0 3 18 0 21
2001 keine Angaben 0 3 20 0 23
2002 keine Angaben 0 0 16 0 16
2003 keine Angaben 0 2 10 0 12
2004 keine Angaben 0 1 16 0 17
2005 keine Angaben 0 5 9 0 14
2006 keine Angaben 0 0 3 0 3
2007 keine Angaben 0 0 5 0 5
2008 keine Angaben 0 0 3 0 3
Anzahl 431 485 258 9 1183
In der letzten Zeit ist das Interesse am Praktikantenprogramm deutlich abgeflaut. Die Gründe dafür sind vielseitig. So hat die Einstufung der Tätigkeiten der Studenten als Saisonarbeit zu einem starken Rückgang vor allem bei den Letten geführt. Durch die besseren Verdienstmöglichkeiten und geringeren Sprachbarrieren gehen viele Studenten lieber nach England, Irland oder sogar über den große Teich. Auch für Finnen und Amerikaner ist Deutschland schon länger nicht mehr die erste Wahl, wenn sie ein Auslandspraktikum einlegen wollen. Dieser Entwicklung können wir als Ring leider kaum entgegenwirken. Umso wichtiger ist es, jetzt tatkräftig und entschlossen nach neuen Wegen zu suchen.
Und das ist unsere Agenda:
- Wir knüpfen neue Kontakte! Dabei stehen Länder wie Kanada, Brasilien und Ungarn auf unserer Wunschliste. Der Aufbau eines völlig neuen Netzwerks ist jedoch zeitintensiv, wir bitten daher um ein wenig Geduld. Zeigt uns, was Ihr drauf habt, wir freuen uns jederzeit über Eure Anregungen und Informationen!
- Warum in die Ferne schweifen? Nordrhein-Westfalen ist Standort einer großen Zahl von internationalen Unternehmen und mittelständischen Betrieben aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Viele dieser Firmen bieten perfekte Bedingungen für ein Praktikum quasi "vor Eurer Haustür". Eine Liste dieser potentiellen Praktikumsanbieter und nützliche Tipps und Tricks zum Thema Praktikum allgemein stellen wir Euch in Kürze hier zur Verfügung.
II. Praktika im Ausland
a)
Kanada erleben 2011
in der Provinz Saskatchewan
Erneut bietet der Ring der Landjugend in 2011 einen kleinen Praktikanteaustausch mit einigen landwirtschaftlichen Betrieben in der kanadischen Provinz Saskatchewan an. Für Betriebe mit überwiegend Ackerbau, Milchwirtschaft und Viehhaltung werden engagierte, junge Leute gesucht.
Auf der Agritechnica im November 2009 hat der Ring der Landjugend unter Federführung von Ute Obering einen persönlichen Kontakt geknüpft zu Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde von Saskatchewan und einer großen Agrarmesse in Kanada, dem für Kanada zuständigen Sachbearbeiter bei der Zentralen Arbeitsagentur in Bonn und einem jungen deutschen Landwirt, der vor drei Jahren in die kanadische Provinz ausgewandert ist. Alle zusammen laden junge Landwirtinnen und Landwirte zu einem mehrmonatigen Aufenthalt nach Kanada ein. Vor Ort wird ein Netzwerk geknüpft, so dass die Deutschen untereinander den Kontakt pflegen und sich austauschen können.
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Die wichtigsten Voraussetzungen:
- gute praktische Kenntnisse in der Landwirtschaft
- ordentliches Englisch
- Alter bis 30 Jahre
- Zeitraum ca. April bis Oktober 2012
- Bereitschaft, sich in eine fremde Kultur und Familie einzufügen
Was kostet die Teilnahme?
Der Ring erhebt keine Vermittlungsgebühr, doch sind diverse Kosten wie
- eine private (Auslands-) Krankenversicherung sowie
- Privathaftpflichtversicherung (falls nicht bereits vorhanden)
- Visum
- Flug / Anreise sowie Rückreise
- persönliche Ausgaben vor Ort
selbst zu bezahlen und auch abzuwickeln.
Was leistet der kanadische Betrieb?
- Unterbringung und Verpflegung
- Vergütung
Einige Dinge können zwischen Betrieb und Praktikant/in möglicherweise auch direkt verhandelt werden.
Was leistet der Ring der Landjugend?
- Kontaktdaten mit einem Betrieb in Kanada, zumeist Saskatchewan
- deutschsprachiger Ansprechpartner für den Notfall in Saskatchewan
- Tipps zu websites, Broschüren etc. für Infos zu Auslandspraktika und zur Finanzierung
Eine Teilnahmegarantie kann der Ring der Landjugend nicht geben, da die Plätze begrenzt sind. Wir hoffen, dass jede/r Teilnehmer/in dort eine tolle Zeit erlebt.
Im Juli 2010 hieß es für die ersten beiden Teilnehmer "Auf nach Kanada". Ihre Erfahrungen waren offensichtlich sehr gut, denn in 2011 reisten sie direkt wieder auf "ihre" Betriebe aus dem Vorjahr. Hier ist der Bericht von Aaron über seinen Aufenthalt in 2011.
b) Agrarpraktika im Ausland über den Deutschen Bauernverband
Eine Übersicht über sein weltweites Angebot zu Agrarpraktika bietet der Deutsche Bauernverband in seiner Broschüre "Agrarpraktika im Ausland". Hier werden Programme und Teilnahmeländer in Europa, Ozeanien (Australien, Neuseeland), Nordamerika und Japan vorgestellt. Die Teilnahmegebühr beinhaltet häufig ein Einweisungsseminar in Deutschland oder im Zielland, Unterstützung bei der Beantragung von Visa und eine Beratung/Betreuung vor Ort. Detaillierte Infos erhältst Du
- im Internet unter www.bauernverband.de (-> Praktikantenaustausch)
- per Email unter dbv-praktika-international@bauernverband.de
- beim DBV unter Tel. 0228 / 926 57-21/-22/-23
- in der Broschüre "Agrarpraktikan im Ausland", zu bestellen unter den zuvor genannten Adressen oder beim Ring der Landjugend.
III. Ausländische Praktikanten in Westfalen-Lippe
Nicht jeder kann oder will ins Ausland, doch muss er/sie deshalb nicht unbedingt auf internationale Kontakte verzichten.
Für einige wenige Studenten aus Kanada und Lettland suchen wir in 2011 Gastbetriebe über den Sommer. Die Unterbringung erfolgt auf dem Hof mit Familienanschluss, außerdem ist monatlich eine Vergütung zu zahlen.
Die lettischen Teilnehmer/innen von der Universität in Jelgava kommen während ihrer Semesterferien von ungefähr Ende Juni bis Ende September für maximal drei Monate. Die Bezahlung erfolgt nach Erntehelfertarif abzüglich von Kost und Logis. Der Auszahlungsbetrag liegt für 2010 bei ungefähr 580 Euro/Monat bei 40 Stunden/Woche. Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer meist nicht zu zahlen, dies muss im Einzelfall aber durch den Steuerberater geprüft werden.
Für kanadische Studenten, die ausschließlich während der Erntezeit in Westfalen sind, gelten vergleichbare Bedingungen wie für die Letten. Bei einem längeren Aufenthalt oder bei keinem Einsatz als Erntehelfer ist eine Praktikantenvergütung von mindestens 250 Euro/Monat zu zahlen, Kost und Logis sind vom Betrieb zu stellen. Ob und in welcher Höhe Sozialversicherungsabgaben oder sonstige Kosten im zuletzt genannten Fall für den Betrieb und/oder den Praktikanten anfallen, müssen wir noch klären.
Viele weitere Dinge sind müssen individuell abgestimmt werden, z. B. gewünschte Arbeitszeiträume und Tätigkeiten der Praktikanten. Hier haben wir bis 2011 aber auch noch ein wenig Zeit ... Bei Interesse bitten wir Euch, Euch frühzeitig bei uns zu melden. Wir beantworten Eure Fragen gerne unter der Tel.-Nr. 0251 / 4175-211.
