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Positionspapier Grüne Gentechnik

15.12.2008 - 12:00 Uhr
Positionspapier grüne Gentechnik

Ein verantwortungsvoller und zugleich zukunftsorientierter Umgang mit grüner Gentechnik ist für uns unabdingbar um eine dauerhaft wettbewerbsfähige Landwirtschaft in Westfalen- Lippe zu erhalten. Dabei kommt es in mehrfacher Hinsicht darauf an, durch Transparenz und Information Verständnis und Problembewusstsein im Umgang mit gentechnisch verändertem Material zu fördern.
 Im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen heißt das, nachvollziehbare Regeln zu schaffen. So ist es zum Beispiel nicht verständlich, dass der Abstand zu konventionell bewirtschafteten Flächen geringer vorgeschrieben wird als zu ökologisch bewirtschafteten Flächen. Hier müsste eine einheitliche Regelung geschaffen werden, um auch konventionell wirtschaftenden Betrieben dauerhaft eine gentechnikfreie Produktion zu ermöglichen.
Mittelfristig sehen sich junge Landwirte jedoch vor allem mit dem Problem konfrontiert, eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Eiweißträgern für ihre Betriebe zu gewährleisten. Da der Eiweißimport aus Qualitäts- und Kostengründen bislang nur über Soja zu schaffen ist, ist es zwingend notwendig, Schwellenwerte festzulegen, welche die Obergrenze des Anteils an gentechnisch verändertem Material, welches im Ursprungsland bereits zugelassen ist, am Import von Sojapartien festlegen. Solche Grenzwerte könnten sicherstellen, dass die Verbindung bestehen bleibt, die dazu beiträgt, dass zu deutschen Standards weiter Lebensmittel produziert werden.
Ohne eine Festlegung von Grenzwerten wäre eine gentechnikfreie Produktion angesichts der Warenströme in einer globalisierten Welt nicht dauerhaft aufrecht zu erhalten, solche Schwellenwerte schützen daher auch die Wahlfreiheit von Produzenten und Konsumenten.
Um den weltweiten Anbau von gentechnisch veränderten Nahrungs- und Futtermitteln transparenter zu machen sollten Nachhaltigkeitsstandards festgelegt werden, deren Einhaltung auch die gegenseitige Zulassung beschleunigen könnte. Neben der Angleichung der internationalen Produktionsbedingung sollte die Suche nach Alternativen nicht unberücksichtigt bleiben.
Für den Verbraucher bedeutet das vor allem Verlässlichkeit im Hinblick auf die Kennzeichnung von Nahrungsmitteln. Hier sollte die Möglichkeit zur Beeinflussung durch Konsumverhalten dadurch geschaffen werden, dass Lebensmittel, bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet wurden, auch als solche gekennzeichnet werden müssen. Der Hinweis „ohne Gentechnik“ muss für den Verbraucher sicherstellen, dass sein Produkt wirklich ohne Gentechnik hergestellt wurde, die bisherige Regelung, die die Kennzeichnung auch dann ermöglicht, wenn im Produktionsprozess Gentechnik eingesetzt wurde, halten wir für nicht zielführend.
Bei der Diskussion um den Einsatz der grünen Gentechnik muss Sachlichkeit im Vordergrund stehen. Wir setzen uns daher für eine verstärkte Aufklärung von Verbrauchern und eine wissenschaftliche Begleitung der Entwicklung ein, die auch für die Landwirtschaft einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Materie ermöglicht.

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